Hatha Yoga

Yoga der natürliche Weg zu körperlicher Gesundheit und Lebenskraft

Yogaübungen existieren für alle Altersgruppen und für jedes körperliche Niveau. Yoga eignet sich sowohl für die Prävention von Krankheiten und Beschwerden, als auch für den Wiederaufbau der vollkommenen Gesundheit. Yoga kann und soll auch zur reinen Freude geübt werden. Yoga ist eine Ergänzung oder Alternative zur herkömmlichen sportlichen Betätigung. Mit Yoga kann der Mensch seine körperlichen Potenziale zur vollen Entfaltung bringen und einen Weg finden, um über sich selbst hinauszuwachsen. Wenn es uns gelingt, unsere Übungen voller Aufmerksamkeit auszuführen, werden wir Momente ungetrübten Glücks erleben.

Die grundlegenden Lehrsätze des Yoga hat der Weise Patanjali im "Achtgliedrigen Yoga-Pfad" zusammengefasst. Diese Aphorismen sind Verhaltensgrundsätze, die schliesslich zur Selbsterkenntnis führen. Wir arbeiten im Yoga mit den Asanas, Pranayama und Pratyahara/Meditation.

Diese acht Glieder sind: yama, niyama, asana, pranayama, pratyahara, dharana, dhyana und samadhi.

yama und niyama erfordern eine enorme innere Disziplin und sind Verhaltenskodex wie Gewaltlosigkeit, Wahrheitsliebe, Freiheit von Habsucht, Keuschheit, Freiheit von Begehren, Reinlichkeit, Zufriedenheit, Strenge und das Studium des eigenen Selbst.

Asanas sind Körperübungen. Beim Üben eines Asana entsteht Energie. Das Verweilen in einem Asana verteilt diese Energie, das Herausgehen aus einem Asana bewahrt sie und hindert sie, zu vergehen. Während des Übens eines Asanas sollte man die Aufmerksamkeit auf den inneren Körper richten, indem man den Geist nach innen lenkt. Dies schärft den Verstand. Dies ist der Wendepunkt im Üben der Asanas. Körper, Geist und das Selbst werden eins.

Pranayama sind Atemübungen. Prana = Lebensenergie und ayama = Strecken, Ausdehen, Erweitern. Pranayama besteht aus drei Elementen: verlängertes Einatmen, vollständiges, tiefes Ausatmen und anhaltender Stillstand des Atems. Pranayama ist der wirkungsvollste Prozess, mit dem Energie nach innen gelenkt wird.

Pratyahara ist die Befreiung der Gedanken von den Äusserlichkeiten. Wenn sich die Gedanken von den Objekten der Begierde lösen, wird der Geist aus der Macht der Sinne entlassen, die wiederum passiv werden. Der Geist wendet sich nach innen und ist befreit von der Tyrannei der Sinne.

Dharana die Konzentration auf einen einzelnen Gedanken.

Dhyana ist wenn die Konzentration eine längere Zeit erfolgt.

Samadhi ist ein Zustand völliger Versunkenheit.

Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi sind Meditationszustände.

 

 

 

Der Weg des Yogadas galt für Suchende vor Tausenden von Jahren, das gilt ebenso für suchende heute – führt nicht durch irgendein „Parallel-Universum“, sondern mitten durch unsere Welt. Solange wir irgendetwas oder irgendjemanden in der Welt zurückweisen, weisen wir einen Teil unseres eigenen Selbst zurück und hemmen dadurch unseren Entwicklungsprozess.<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office">

 

Wenn wir uns hingegen auf die Kraft, die in uns durch die verschiedenen Yoga-Praktiken frei wird, ausrichten, lernen wir, dass das Innere und das Äussere zwei Aspekte ein und derselben höchsten Realität sind. Indem wir versuchen, in unseren Aktivitäten am Arbeitsplatz oder im Zusammenleben mit unseren Lebenspartnern und Kindern die Verbindung zu unserem Wesen aufrechtzuerhalten, praktizieren wir die höchste Form des Yoga. Yoga ist keine Form von Gymnastik, sondern ein philosophisch-psychisches System, dessen Lehren und Übungen uns helfen sollen, jeden Augenblick unseres Lebens bewusster zu erleben und entsprechend bewusst zu handel. Jeder Augenblick unseres Lebens, so sagen die grossen Lehrmeister, ist bereits die Ewigkeit, die wir suchen. Alles ist bereits da, ist vollkommen. Nur wahrnehmen müssen wir es als solches.

 

Yoga ist also ohne unser alltägliches Leben nicht denkbar und trägt ohne die aktive Auseinandersetzung mit dem, was uns im Leben begegnet, wenig Früchte. Eine Spiritualität, die zum Preis der Aufgabe des weltlichen Lebens erkauft werden muss, kann nicht viel wert sein. Wenn wir ernsthaft Yoga praktizieren, d.h. wenn wir eine spirituelle Sichtweise unseres Lebens zulassen – denn es geht nicht darum, irgendetwas aufzugeben, sondern etwas hinzunehmen, nämlich eine erweiterte bzw. tiefere Sichtweise – lernen wir Schritt für Schritt durch die Auseinandersetzung mit der Welt, dass sie eins ist mit unserem Inneren.

 

Übertragen auf unseren Yoga-Weg bedeutet dies: Durch regelmässiges Yoga-Praktiken, wie z.B. Meditation, die fünf Tibeter.. , erweitern wir bewusst unseren Erfahrungshorizont, überqueren die Grenzen, die durch unsere Sinne und unseren Verstand geschaffen werden (und die wir häufig allzu gerne akzeptieren) und gelangen zu immer tieferen Schichten unseres Wesens. Dort, in den Tiefen unseres Seins, erfahren wir unsere wahre Identität -  unser inneres Selbst. Hier ist der vollkommene Zustand, den wir alle miteinander teilen. Im Laufe des Yoga-Prozesses lernen wir, unser Leben aus diesem „inneren Standpunkt“ heraus zu führen, aus dem inneren Selbst und damit auch aus der Kraft des höchsten Bewusstseins, der die vollendeten Yogis vor Urzeiten den Namen SHAKTI gaben. Die äussere Welt, auf die wir zuvor ausgerichtet waren, erfuhren wir oftmals als eine fremde, eine von uns verschiedene Welt. Das führte so weit, dass wir von uns selbst entfremdet waren. Je mehr wir uns nun mit Unterstützung der Shakti unserer wahren, unbegrenzten Natur wieder nähern, desto mehr erkennen wir, dass die Welt dort draussen von uns nicht verschieden ist. Was wir in uns erkennen, werden wir im Laufe der Zeit auch dort draussen wahrnehmen.

 

Im Prinzip ist es so einfach! Alle Meister und Werke des Yoga sagen uns seit Urzeiten: „Erkenne es hier und jetzt – denn es geschieht hier und jetzt! Wo willst Du hin? Bleibe und lebe in dieser Welt – und erkenne die Wahrheit.“ Was ist denn wirklich notwendig? Welche spirituellen Übungen sind notwendig? Wo wollen wir hin, um unser Selbst zu erfahren? Das ist keine Frage von Zeit oder Umstände -  es ist so einfach, dass es sich uns in einem Bruchteil einer Sekunde offenbaren kann. Denn in einem solchen Moment der Erleuchtung ereignet sich keinerlei Veränderung (auch Erleuchtung ist nach Aussagen der Meister des Yoga eine Illusion). Die höchste Erfahrung ist ja schon immer da gewesen. Wir müssen sie nur wahrnehmen. Die höchste Erfahrung ereignet sich in diesem Augenblick in uns. Deshalb ist alles andere – der mühevolle spirituelle Weg, mit der Vorstellung „ Ich muss jemand anders werden, ich muss woanders hin in dieser Welt, ich muss anders leben in dieser Welt, ich muss mich loslösen von den Dingen dieser Welt….um zur höchsten Erfahrung zu gelangen“ – all das ist genau betrachtet ein Umweg. Es ist, wie Franz Kafka sagte:

 

„Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg. Was wir Weg nennen, ist zögern.“

 

Wie nahe uns das ist, was wir in weiter Ferne glauben, zeigt uns auf anschauliche Weise eine Geschichte, die der bekannte Benediktinermönch und ZEN-Meister Willigis Jäger in seinem Buch „Die Welle ist das Meer“ erzählt:

 

Eine alte Frau bügelt Wäsche. Da trat der Todesengel zu ihr und sagte: Es ist Zeit! Komm! Die Frau Antwortete: Gut, aber erst muss ich die Wäsche fertig bügeln. Wer tut es denn sonst? Und ich muss kochen, meine Tochter arbeitet im Geschäft, sie braucht etwas zu essen, wenn sie heimkommt. Siehst du das ein? Der Engel ging. Eine Zeit später kam er wieder. Er traf die Frau, als sie gerade das Haus verliess. Komm jetzt!, sagte er, Es ist Zeit. Die Frau antwortete: Aber ich muss erst ins Altersheim. Da warten ein Dutzend Leute auf mich, die von ihrer Familie vergessen sind. Soll ich sie etwa im Stich lassen? Der Engel ging. Einige Zeit später kam er zurück und sagte: Es ist Zeit! Komm! Die Frau antwortete: ja, ja ich weiss, aber wer bringt meinen Enkel in den Kindergarten, wenn ich nicht mehr bin? Der Engel seufzte: Gut, ich werde warten, bis dein Enkel alleine gehen kann. Einige Jahre später sass die Frau am Abend müde vor ihrem Haus und dachte: Eigentlich könnte jetzt der Todesengel kommen. Nach all der Plackerei muss die Seligkeit doch wunderbar sein. Der Engel kam. Die Frau fragte: Bringst du mich jetzt in die ewige Seligkeit? Der Engel fragte zurück: Und wo, glaubst du, warst du die ganze Zeit?

 

 

 

 

 
 
www.n-yoga.ch

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